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Michael Gwisdek++Seddiner See++Tesla in Grünheide

Liebe Leserinnen und Leser, an einem Spätsommertag wie diesem kann man schon mal melancholisch sein -
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Liebe Leserinnen und Leser,
an einem Spätsommertag wie diesem kann man schon mal melancholisch sein - besonders, wenn eine traurige Nachricht zu vermelden ist. Der Schauspieler Michael Gwisdek, der in seinen Rollen häufig liebenswert-skurrile Exzentriker verkörperte und damit immer auch ein wenig sich selbst, ist gestern im Alter von 78 Jahren gestorben. Den meisten Zuschauern wird er als Schuldirektor Klapprath aus der Komödie “Goodbye Lenin” bekannt sein. Dabei hat er in so vielen anderen Filmen geglänzt. „Boxhagener Platz“, „Nachtgestalten“, “Oh Boy”, um nur drei zu nennen. Auch im Fernsehen war Gwisdek oft zu sehen: ob im „Tatort“, bei „Bella Block“ oder in „Donna Leon“. Darüber hinaus war er ein glänzender Theaterschauspieler (u.a. an der Volksbühne und am Deutschen Theater). „Charakterdarsteller würde ich gerne genannt werden“, sagte Gwisdek mal - diese Bezeichnung hat er sich verdient.
In den Babelsberger Defa-Studios hat der Sohn eines Weißenseer Gastwirtpaars 30 Jahre lang gearbeitet - oft als Schauspieler, manchmal als Regisseur. In einem Interview zu seinem letzten Kinofilm “Traumfabrik” (2019) offenbarte Gwisdek sein gespaltenes Verhältnis zu den Studios: “Nach der Wende ergab es sich irgendwie, dass wir nicht mehr vorkamen. Die haben Babelsberg übernommen und sagten, »Hier hat mal Marlene Dietrich gedreht und so nennen wir jetzt die Halle.« Und damit waren wir irgendwie so raus.” Den Nachruf meines Kollegen Norbert Wehrstedt auf Michael Gwisdek lesen Sie hier.
Einer, den Gwisdek sicher auch hätte spielen können, ist Manfred Mannheim, der Fischer vom Seddiner See. Erinnern Sie sich? Mein Kollege Jens Steglich hatte vor kurzem ein viel beachtetes Interview mit Mannheim geführt, in dem es um den zunehmenden Wassermangel in der Region ging. Der See trocknet aus. Nach Jahrzehnten, in denen er nie woanders fischte, kann Mannheim dort nicht mehr auskömmlich seinem Beruf nachgehen.
Doch es gibt Hoffnung. Steglich hat sich mit zwei Lokalpolitikern getroffen, die eine bestechende Idee verfolgen: Das Wasser, das dem See für die Trinkwasserversorgung der gleichnamigen Gemeinde entnommen wird, soll ihm nach Nutzung und Reinigung einfach wieder zugefügt werden, anstatt es über Nieplitz, Nuthe, Havel und Elbe in die Nordsee zu leiten. Etwa 300.000 Kubikmeter jährlich würden nach Berechnungen reichen, um den See zu stabilisieren. Und Fischer Mannheim seine Lebensgrundlage zurückzugeben.
Mit dieser doch erfreulichen Perspektive wünsche ich Ihnen noch einen schönen Abend. Genießen Sie nochmal das traumhafte Wetter, schon bald wird es damit vorbei sein.
Herzlichst
Ihr
MAZ-Chefredakteur

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