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Liebe Leserinnen und Leser,
Berlin, Frankfurt/Main, Bremen: Immer mehr Großstädte entwickeln sich zu Corona-Hotspots. Deshalb gab es heute eine Videokonferenz der Bundeskanzlerin mit Vertretern der elf größten deutschen Städte. “Der Kampf gegen das Virus wird in den Metropolen entschieden”, so Angela Merkel. Folgende Maßnahmen kündigte sie an:
Die Bundeswehr und das Robert Koch-Institut (RKI) sollen künftig Experten in Corona-Hotspots schicken. Die Unterstützung sei sinnvoll und geboten, wenn in sieben Tagen mehr als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert wurden.
Wenn dieser Sieben-Tage-Wert auf 50 Infektionen steigt, sollen die Städte außerdem umfangreichere Beschränkungen einführen. Dazu gehört etwa die Erweiterung der Maskenpflicht auf den öffentlichen Raum, wenn dort der nötige Abstand nicht eingehalten werden kann. Genannt werden auch Sperrstunden und Alkoholbeschränkungen für Gastronomiebetriebe sowie weitergehende Beschränkungen der Teilnehmerzahlen von Veranstaltungen und privaten Feiern.
In Berlin ist es bereits heute Nacht so weit: Ab 0 Uhr wird die Stadt, die eigentlich niemals schläft, die Schotten dicht machen (das heißt: Bars, Restaurant und Kneipen bleiben zu). Von morgen an gilt das dann nächtlich zwischen 23 Uhr und 6 Uhr früh. Tankstellen dürfen in dem Zeitraum zwar offen bleiben, aber nachts keinen Alkohol verkaufen. Die Zeit für Partys ist erstmal vorbei.
Und weil Berlin inzwischen wegen Überschreitens des Sieben-Tage-Werts als Risikogebiet gilt, gibt es in Brandenburg plötzlich wieder freie Kapazitäten für Herbsturlauber. Die Hauptstädter dürfen nämlich ab sofort nicht mehr in märkischen Hotels übernachten. Für die Gastwirte ist das ein “Horrorszenario”, wie der Präsident des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Brandenburg, Olaf Schöpe, gegenüber der MAZ erklärte. Schöpe rechnet mit empfindlichen Einbußen für die Branche.
Einer der prominentesten deutschen Corona-Experten hält das Beherbungsverbot übrigens für einen Fehler. Der SPD-Politiker Karl Lauterbach zerpflückte die Regelung auf Twitter. Sein Argument: Das innerdeutsche Reisen trage nicht wesentlich zur zweiten Corona-Welle bei. Außerdem habe die Politik gerade noch dazu geraten, den Urlaub in Deutschland zu verbringen. Die Verordnung führe nun dazu, dass wichtige Testkapazitäten gebunden werden von Menschen, die mit einem negativen Corona-Test das Übernachtungsverbot umgehen wollen. Lauterbach riet, die Verordnung zu ändern, bevor sie zum Gegenstand der Satire-Sendung „heute-Show“ werde.
Ich wünsche Ihnen trotz allem ein schönes Wochenende - bleiben Sie gesund. Und wenn Sie jetzt Herbsturlaub haben sollten, dann genießen Sie ihn, auch wenn in diesem Jahr keine großen Reisen möglich sind. Zuhause ist es auch ganz schön.
Herzlichst
Ihr
Henry Lohmar
MAZ-Chefredakteur

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