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Aufruhr in der CDU/CSU-Fraktion ++ Blasig im Interview ++ R. Kelly schuldig

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Liebe Leserinnen, liebe Leser;
der rote Balken für die Sozialdemokraten bleibt am Bundestagswahlsonntag bei 25,7 Prozent der Zweitstimmen stehen. Im Willy-Brandt-Haus ist die Stimmung gedämpft, der Spitzenkandidat räumt seine Niederlage ein. Wir schreiben den 22. September 2013.
Diese Rückblende hilft einerseits, den jüngsten Siegesgesang der SPD emotionslos einzuordnen: Scholz hat zwar besser abgeschnitten als Schulz, aber eben auch nicht besser als Peer Steinbrück. Die Rückschau verdeutlicht zugleich, wie arg die Union mit Armin Laschet abgestürzt ist: Vor acht Jahren holte die CDU/CSU noch 41,5 Prozent der Stimmen - und die Parteigranden grölten auf der Wahlparty so vielstimmig wie falsch “An Tagen wie diesen”. Nun sind es schwindsüchtige 24,1 Prozent und das Liedchen der Toten Hosen wirkt seltsam aus der Zeit gefallen.
Stattdessen empfehle ich dem Mann aus Aachen heute als tröstenden Soundtrack die Bläck Fööß. Die Kölner Mundart-Band hat mit “En unserem Veedel” das perfekte, sentimentale Lied für Rheinländer im Selbstmitleid-Modus geschrieben. Nur die Refrain-Zeile ist glatt gelogen, wenn es um die gerupften Volksparteien CDU und CSU geht. “Denn hier hält man zusammen/ egal was auch passiert”? Von wegen. Eher gilt: Jeder gegen jeden.
Die konstituierende Sitzung der Unionsfraktion heute Abend dürfte daher für Armin Laschet so vergnüglich werden wie eine zahnärztliche Wurzelbehandlung ohne Betäubung. Die Deutsche Presseagentur spricht von einem “ Showdown”. Mit dabei sind nicht nur die 196 Parlamentarier, die dem neuen Bundestag angehören. Es kommen auch jene 50 Politikerinnen und Politiker, die am Sonntag rausgeflogen sind. Viele davon dürften mächtig “on fire” sein.
Die Brandenburger CDU-Abgeordnete Jana Schimke sagte im Deutschlandfunk “eine sicherlich sehr lebendige Diskussion” in der Fraktion voraus. Man muss kein Seher sein, um das für grob untertrieben zu halten. Schimke fordert nach der Wahlniederlage rasche Weichenstellungen für einen inhaltlichen und personellen Umbruch. Am besten noch heute.
In Parteikreisen wird übrigens geraunt, dass womöglich ein Notruf an Markus Söder ergeht, damit dieser mit FDP und Grünen über eine Jamaika-Koalition verhandelt. Das erfuhr das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Im Abstiegskampf im Fußball spräche man in solchen Lagen von einem “Feuerwehrmann”.
Ich wünsche Ihnen schönen Abend!
Herzlichst,
Thorsten Keller,
Chef vom Dienst Digital
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