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Corona-Leine für Berlin++Ein Tag auf der Covid-Station++Serientipp "Charité"

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Brandenburg hat ihn schon länger, seit heute gilt er auch in Berlin: der 15-Kilometer-Bewegungsradius. Sobald die 7-Tage-Inzidenz in der Bundeshauptstadt auf einen Wert über 200 steigt, dürfen sich die Berliner nicht mehr weiter als 15 Kilometer von der Stadtgrenze entfernen. Das wird mit einiger Wahrscheinlichkeit schon morgen der Fall sein, denn heute liegt die Inzidenz bereits bei 199,9. In Brandenburg sind zurzeit alle Landkreise bis auf Oberhavel betroffen.
Aber was bringt die “Corona-Leine” wirklich? Taugt die Maßnahme, um die Infektionszahlen in den Griff zu bekommen? Oder ist sie Ausdruck purer Verzweiflung und am Ende nicht mehr als Symbolpolitik? Darüber kann man streiten. Meine Kollegen Mathias Richter und Torsten Gellner haben das getan - natürlich gesittet und mit jeweils guten Argumenten. Ihr Pro & Contra lesen sie hier.
Für Aufregung sorgte gestern Abend die Meldung, dass es einen Hacker-Angriff auf die Schulcloud des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts (HPI) gegeben habe. Die Brandenburger Plattform für digitale Lernangebote war durch die Attacke kurzzeitig lahmgelegt worden, inzwischen läuft sie wieder. Bildungsministerin Britta Ernst bestätigte heute: “Es war eine kriminelle Handlung.” Anhand von IP-Adressen konnte das HPI ermitteln, dass der Angriff von Rechnern im außereuropäischen Ausland stammte. Die Lernplattform ist im Zuge der Corona-Pandemie massiv ausgebaut worden. In Brandenburg greifen inzwischen 570 der rund 900 Schulen darauf zu; bundesweit sind es 3500 Schulen mit fast einer Million Nutzer.
Und nun habe ich noch eine dringende Leseempfehlung für Sie: Meine Kollegin Nadine Fabian durfte für eine Reportage einen Tag in der Covid-Station des Potsdamer Bergmann-Klinikums verbringen. Ihr Text ist ein eindrucksvolles Zeugnis des täglichen Kampfes um das Leben der Corona-Patienten. Ein Kampf, den die Ärzte und Pfleger - und natürlich vor allem die Patienten - leider häufig verlieren.
“Kaum ein Tag vergeht, an dem die Schwestern und Pfleger den kalten Blechsarg nicht durch eine der 16 Zimmertüren der Covid-19-Intensivstation schieben”, schreibt Fabian. Auch während ihres Besuches dort wurde gestorben. Stationsleiterin Susanne Röber, Oberärztin der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin, räumt ein, dass der Job sie müde gemacht hat. Aber aufgeben kommt für sie nicht in Frage. Ihr größter Wunsch: “Dass die Menschen die Kontaktbeschränkungen einhalten, dass sie sich zurücknehmen: Sonst ist man irgendwann hier und stirbt vielleicht.“ Die ganze Reportage lesen Sie hier.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend - bleiben Sie gesund.
Herzlichst
Ihr
Henry Lohmar
MAZ-Chefredakteur
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