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FDP und Grüne sondieren ++ Bahnpreise steigen ++ Kino wird Supermarkt

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
keine Sorge, ich werde Ihnen heute keine kriegsentscheidenden Details aus dem neuen Bond-Film “Keine Zeit zu sterben” verraten. Nur eine Frage, die mir gestern Abend im Kino durch den Kopf schoss, möchte ich mit Ihnen teilen: Was würde der vor einem Jahr aus dem irdischen Geheimdienst abberufene Sean Connery wohl sagen, wenn er sieht, dass 007 ein fürsorglicher “family man” geworden ist? Und noch was: In der Haut des Drehbuchschreibers für den nächsten Bond möchte ich nicht stecken…
Dem angesichts einer Spielzeit von 164 Minuten erstaunlich kurzweiligen Film ist jedenfalls zu verdanken, dass mein Smartphone drei Stunden lang ausgeschaltet blieb und alle Push-Meldungen, wer mit wem wo zu welchem Zweck sondieren will, im Nirvana landeten.
Wenn ich nichts durcheinander gebracht habe, redete die SPD auf der Suche nach einem neuen Berliner Senat heute erst mit Grünen und dann mit Linken, den bisherigen Koalitionspartnern. Am Montag dürfen dann CDU und SPD bei Franziska Giffey vorsprechen.
Deutlich komplexer gestaltet sich die Castingshow DSSK (Deutschland sucht den Superkanzler) auf Bundesebene. FDP und Grünen haben sich erstmals in größerer Runde für ein Selfie zusammengestellt (jeweils zehn Personen). Dann spricht die SPD am Sonntag tagsüber mit den Freien Demokraten und abends mit den Grünen. Die FDP wiederum trifft sich, ebenfalls am Sonntagabend, mit der Union, was die Grünen ebenfalls tun werden, und zwar am am Dienstagvormittag. Noch Fragen?
Ein feiner Nebeneffekt der anstehenden Regierungsbildung: Impfquote, Inzidenzen und Delta-Variante rutschen in den Nachrichten in diesen Tagen weiter nach hinten beziehungsweise nach unten. Auch verdiente Dauermahner wie Prof. Christian Drosten und Dr. Karl Lauterbach finden nicht mehr so leicht Gehör.
Zugleich ist dieser 1. Oktober, auch wenn er nicht so feierlich begangen wird wie der “Freedom Day” in Großbritannien im Juli, ein guter Tag für die Freiheit. In mehreren Bundesländern fallen heute viele Corona-Beschränkungen weg. Im Söderland und im Saarland müssen Schüler im Unterricht keine Maske mehr tragen. Berlin wiederum folgt dem Brandenburger Modell, Grundschüler bis Klasse 6 sind von der Maskenpflicht ausgenommen. Zu nennenswerter Durchseuchung führte das bisher nicht. Aktuell befinden sich 57 Brandenburger Lehrer (von 25.000) und knapp 2000 Schülerinnen und Schüler (von 298.000) in häuslicher Isolation.
In Nordrhein-Westfalen, Heimat von 6 der 18 Fußball-Bundesligisten, dürfen in den Stadien wieder sämtliche Sitzplätze belegt werden, plus die Hälfte der Stehplätze. Der 1. FC Köln reagiert darauf kurzfristig: Schon heute Abend werden im Müngersdorfer Stadion 40.000 Fans den Eff-Zeh im Spiel gegen Greuther Fürth anfeuern. Das ist eine Auslastung von 80 Prozent.
Wann die anderen Bundesländer diesem Beispiel folgen, ist noch nicht klar. Hertha BSC hofft aber nach der Länderspielpause am 23. Oktober gegen Mönchengladbach auf mehr Zuschauer als die 25.000, die morgen gegen Freiburg reindürfen. Das ist allerdings nur eine theoretische Zahl. Der Big City Club lockte mit seinem unansehnlichen Fußball zuletzt deutlich weniger Besucher als erlaubt ins windige Olympiastadion.
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Ich wünsche Ihnen ein sportliches Wochenende.
Herzlichst, Thorsten Keller, Chef vom Dienst Digital
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