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Inflation steigt ++Evangelische Kirche erklärt sich++Faszination unter Wasser

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
nach der Skandal-Beerdigung auf dem Stahnsdorfer Südwestkirchhof bemüht sich die Evangelische Kirche um Schadensbegrenzung. Landesbischof Christian Stäblein kündigte heute im Interview mit meiner Kollegin Konstanze Kobel-Höller an, dass er sich für eine Umbettung der Urne von Henry Hafenmayer einsetzen werde. Hafenmayer, ein kürzlich verstorbener Neonazi und notorischer Holocaust-Leugner, war am Freitag in Stahnsdorf beerdigt worden - ausgerechnet auf der ehemaligen Grabstelle des jüdischstämmigen Musikwissenschaftlers Max Friedlaender.
Das hatte zu einer Welle der Empörung und zu der völlig berechtigten Frage geführt, warum die Kirche, der der Friedhof gehört, diese Grabstelle überhaupt an einen Neonazi vergeben hat. Stäblein dazu zerknirscht im MAZ-Interview: “Es passt nicht, es geht schlicht gesagt gar nicht. Hier nicht und an den anderen Stellen an diesem Friedhof auch nicht.”
Nun hat jeder Mensch, auch ein Neonazi, das Recht auf eine letzte Ruhestätte. Und für kirchliche Friedhöfe gilt in besonderer Weise, dass alle Menschen eine Würde vor Gott haben, wie es der Bischof heute formulierte. Aber das heißt noch lange nicht, dass ein Holocaust-Leugner in einem Grab mit dieser Vorgeschichte zu liegen kommen sollte. (Friedlaenders Grab stand zwar bereits 1980 zur Wiederbelegung frei, der Grabstein steht aber noch immer dort, weil er unter Denkmalschutz steht.)
Anderes Thema: die Teuerung. Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht, aber ich finde den gleichzeitigen Preisanstieg von Energie, Lebensmitteln und anderen Produkten so langsam beunruhigend. Die Benzinpreise haben den höchsten Wert seit 2012 erreicht, die Nachfrage nach Öl und Gas ist ungebrochen, die bundesweite Inflationsrate liegt bereits bei über vier Prozent.
Für Geringverdiener wird das schnell zum existenziellen Problem. Denn aufs Heizen kann man ja schlecht verzichten. Sebastian Walter, Vorsitzender der Linksfraktion im Brandenburger Landtag, fordert angesichts der Entwicklung eine staatliche Obergrenze für Gas- und Strompreise, wie sie Frankreich angekündigt hat. „Wir brauchen schleunigst eine Deckelung der Energiepreise“, sagte er der MAZ. Außerdem müsse es endlich den versprochenen sozialen Ausgleich für die CO2-Steuer geben. Als die CO2-Steuer von der Großen Koalition eingeführt wurde, sei noch von einem solchen Ausgleich die Rede gewesen. „Wir warten bis heute darauf“, kritisierte Walter.
Welchen Einfluss die galoppierenden Strom- und Gaspreise auf die Ampel-Sondierungen im Bund haben werden, bei denen ja auch eine Klimasteuer Thema ist, sehen wir vielleicht schon morgen. Dann könnten SPD, Grüne und FDP mitteilen, ob aus den Sondierungsgesprächen Koalitionsverhandlungen werden. Sie werden es auf jeden Fall bei uns auf maz-online.de erfahren.
Nun wünsche ich Ihnen noch einen schönen Abend.
Ihr
Henry Lohmar
MAZ-Chefredakteur
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