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K-Frage der Union ++ Quarantäne nach Schüler-Party ++ Boom bei Mercedes

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
als Asterix-Kenner musste ich heute mittag schon ein bisschen schmunzeln, als Markus Söder sein Statement zur K-Frage der Union mit dem spätrömischen Sinnspruch “Die Würfel sind gefallen” einleitete. alea iacta est gehört zu den Latein-Fragmenten, die regelmäßig wiederkehren in den Abenteuern der unbeugsamen Gallier, ebenso wie o tempora, o mores oder sic transit gloria mundi.
Die Würfel in der K-Frage sind nach einer Marathon-Sitzung des CDU-Bundesvorstands also zugunsten von Armin Laschet gefallen, der physiognomisch mehr Ähnlichkeiten mit Majestix aufweist als sein bayerischer Kontrahent. Der wiederum führte sich in den vergangenen acht Tagen teilweise so auf, als sei er als Kind in den Zaubertrank gefallen.
Auch jenseits des Würfel-Satzes hat mir die PK des CSU-Chefs viel Freude bereitet. Söder changierte zwischen gespielter Sentimentalität (der Zuspruch aus dem ganzen Land habe ihn “bewegt” und “gerührt”) und bräsigem Majestätsplural (“Wir haben ein Angebot gemacht…”, “Wir waren bereit…”). Er sprach sogar von “Stil” und “Anstand”, ohne rot anzulaufen.
Ins Bundeskanzleramt könnte also in diesem Herbst ein Mann einziehen, der aus der westlichsten Großstadt der Republik kommt - was vielleicht erklärt, warum im Osten so viele Menschen mit Armin Laschet fremdeln. Außer Jan Redmann, dem Laschet-Fan aus der Brandenburger CDU.
Zum besseren Verständnis des Aacheners an und für sich hier ein paar elementare regionale Besonderheiten: Der “Öcher” (so sagt man im Dialekt) gilt als zugängliche Plaudertasche. Im Öcher Platt gibt es hierfür sogar zwei klangvolle Begriffe: “Mulleflupp” und “Schlabbermull”. Subjektives Frostempfinden heißt im Aachener Grenzland “Isch hab’ kalt” und wenn jemand fröhlich ausrastet, zum Beispiel nach einem Wahlsieg am 26. September, ist er “pratschjeck”.
Kleiner kulinarischer Fun-Fact: Im wunderbar rustikalen Speiselokal “Sauerbratenpalast” steht „halb und halb“ auf der Karte. Ortsfremde mutmaßen regelmäßig, dass im Palast Rind- UND Pferdefleisch unter die Printen- und Rübenkrautsauce gelegt werden. Gemeint ist aber, dass es Fritten UND Nudeln als Beilage gibt. Auf einem heillos überladenen Teller.
Nachdem die K-Fragen erschöpfend beantwortet sind, wendet sich dieser Newsletter dann morgen wieder der schönsten Nebensache der Welt zu - der Bundes-Notbremse.
Ich wünsche Ihnen noch einen guten Abend mit gesundem Essen.
Herzlichst, Thorsten Keller, Chef vom Dienst Digital
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