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Kabinett vertagt sich ++ Millionen Impfdosen auf Halde ++ Stau im Suezkanal

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
“Passagierrekord am BER erwartet” - die Schlagzeile hört sich an wie aus einer anderen Zeit und ist doch von heute. Denn es geht ja um den neuen Flughafen, der - wir erinnern uns - im vergangenen Oktober, also mitten in der Pandemie, eröffnet wurde. Und so erlebt der Schönefelder Airport mit Ferienbeginnn an diesem Wochenende eine Feuertaufe light. Die nach Betreiberangaben erwarteten 15.000 Besucher pro Tag sind nur ein Bruchteil dessen, was vor der Krise üblich war.
Ausgelöst wird der Mini-Run vor allem durch die Mallorca-Reisenden. Nachdem die Baleareninsel ihren Status als Corona-Risikogebiet verloren hatte, stieg die Nachfrage und die Fluggesellschaften reagierten. Mehr als 100 Flüge gibt es nun vom BER in Richtung Palme de Mallorca.
Zum großen Unmut von Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke, der seinen Landsleuten irgendwie erklären muss, weshalb Oster-Urlaub im Spreewald oder Fläming verboten ist, zwischen Ballermann und Puig Major (höchster Berg Mallorcas, 1445 Meter) aber geduldet wird. Woidke hatte die Insel in seinem Brass eine “Virus-Brutstätte” genannt, obwohl die Inzidenzen dort um Längen niedriger sind als in Brandenburg.
Das kann sich rasch ändern, wenn Urlauber aus allen Ecken Europas sich am Strand oder in der Hotelbar treffen. Das ein oder andere Aerosölchen findet so vielleicht den Weg zurück in die Heimat, und mit ihm womöglich bösartige Virus-Mutanten. Das soll nun durch eine umfassende Corona-Testpflicht verhindert werden - zur Genugtuung des märkischen Landesvaters. Woidke gegenüber der Nachrichtenagentur dpa: „Wir können nicht zulassen, dass das Virus - gegebenenfalls sogar mit der gefährlichen brasilianischen Mutation - aus Urlaubsgebieten nach Brandenburg importiert wird.“
Die Regel, die in der Nacht von Montag zu Dienstag in Kraft tritt, könnte für Reisende, die sich das Virus im Urlaub einfangen, unangenehme Folgen haben: Sie müssen sich bei einem Positivtest nach den örtlichen Vorschriften auf eigene Verantwortung in Quarantäne begeben - und die Kosten dafür in der Regel auch selbst tragen. Verschiedene Reisegesellschaften bieten ihren Kunden allerdings ein Rundum-Sorglos-Paket an, das im Falle einer Infektion vor Ort auch die Quarantänekosten mit absichert. Die zarte Pflanze Tourismus soll eben möglichst nicht beschädigt werden.
Ich werde wie die meisten Deutschen über Ostern brav zuhause bleiben. Und vielleicht Reisepläne für eine hoffentlich nicht allzu ferne Zukunft schmieden, in der man wieder in ein Flugzeug steigen kann, ohne als Virenschleuder beschimpft zu werden.
Ihnen wünsche ich ein schönes Wochenende, machen Sie was draus. Wir lesen uns hier wieder am Montag, bis dahin halten wir Sie wie immer auf maz-online.de auf dem Laufenden.
Ihr
MAZ-Chefredakteur
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