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Von MAZ-Chefredaktion

KZ-Sachsenhausen-Prozess beginnt++Laschet deutet Rücktritt an++Polizeitaucher suchen nach vermisster Milina K.

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
gleich zu Beginn des Prozesses gegen den 100-jährigen ehemaligen Wachmann des KZ Sachsenhausen, Josef S., zeigte der Vorsitzende Richter Udo Lechtermann, welchen besonderen Stellenwert dieses Verfahren hat: Er ordnete an, dass die Verhandlung akustisch aufgezeichnet wird - eine vor deutschen Gerichten sehr unübliche Praxis. Der Grund: Das Verfahren sei von “herausragender zeitgeschichtlicher Bedeutung”, sagte Lechtermann.
Die Floskel, dass es sich um “einen der letzten großen NS-Prozesse” handelt, hat sich interessanterweise mittlerweile etwas abgenutzt. In den vergangenen zehn Jahren schafften es die Behörden, doch noch eine ganze Reihe von - meistens eher kleineren - Rädchen im großen Getriebe der Nazi-Diktatur ausfindig zu machen und vor Gericht zu stellen. Auch jetzt scheint der Brandenburger Prozess nicht der endgültige Schlusspunkt zu sein: Nach der kurzzeitigen Flucht der Hauptangeklagten Irmgard F. kann die Verhandlung gegen eine Sekretärin des KZ Stutthof doch in wenigen Wochen beginnen.
Das tut dem öffentlichen Interesse an den Prozessen jedoch keinen Abbruch. Glücklicherweise. Denn so rücken die Gräuel-Taten des Hitler-Regimes wieder in den Fokus der medialen Aufmerksamkeit, etwa wenn - wie heute - der Staatsanwalt in Brandenburg bei der Verlesung der Anklageschrift ausführlich auf die Aspekte der systematischen Tötungen von Tausenden Lagerinsassen in Sachsenhausen während der Jahre 1941 bis 1945 eingeht. Der Angeklagte Josef S. sei “Teil des Tötungsräderwerks” gewesen, seine Aufgabe war es, Häftlinge an Flucht und Revolten zu hindern und ihre Befreiung zu vereiteln.
Das sind Taten, die niemals vergessen werden dürfen. Und so ist die Aufgabe des Gerichts nicht nur, die Schuldfrage der hochbetagten Angeklagten zu klären. Sie leistet auch einen großen Dienst für die Aufarbeitung des dunkelsten Kapitels der deutschen Geschichte. Und diesen Prozess so weit zu dokumentieren, wie es rechtlich möglich ist, ist ein wichtiger Schritt.
Mehr lesen Sie in den Artikeln meiner Kollegen Ulrich Wangemann und Jürgen Lauterbach.
Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Abend!
Robin Williamson
Chef vom Dienst (Digital)
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