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Neue Corona-Regeln++Potsdamer Radfahrer-Albtraum++Staatskasse leer

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Liebe Leserinnen, liebe Leser;
es gibt interne Schreiben, die Politiker nur ungern in der Zeitung lesen möchten. Dazu zählt die Mitteilung aus dem Brandenburger Gesundheitsministerium an die Staatskanzlei, wonach sich das Haus personell am Limit sieht. Die MAZ hatte gestern Abend daraus zitiert.
Gesundheitsstaatssekretärin Anna Heyer-Stuffer führt in dem Brief aus, zahlreiche Beschäftigte seien in die Stabsstelle „Impfen in Brandenburg“ sowie in den Krisenstab zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest abgeordnet worden. Das reiße massive Lücken in ihren eigentlichen Fachbereichen. Die Arbeit dort liege brach und könne „auf absehbare Zeit nicht nachgeholt werden“. Die gleichzeitige Besetzung mehrerer Krisenstäbe sei „über einen solch langen Zeitraum" personell nicht zu stemmen.
Wie das Ministerium heute zu der Feststellung kommt, der Brief sei “kein Eingeständnis der Überlastung”, wird Ursula Nonnemachers Geheimnis bleiben.
Es gibt aber auch gute Nachrichten im Kampf gegen Covid. Irgendwann im Laufe dieses Dienstags wird Deutschland die Schallmauer von 100 Millionen verabreichter Impfdosen durchbrechen, mit Stand Montagabend waren es 99,9 Millionen Dosen. 59,2 Prozent der Bevölkerung sind vollständig geimpft.
Wenn man es mit den vermeintlichen Corona-Musterknaben Neuseeland und Australien vergleicht, ist der Erfolg der deutschen Impfkampagne gar nicht hoch genug einzuschätzen. Die Regierungen in Wellington und Canberra folgen einer irren Lockdown-sobald-einer-hustet-Strategie, während sie es beim Impfen überhaupt nicht eilig hatten. Dabei kommt ihnen zugute, dass sich die Regierten (noch) so duldsam verhalten wie das sprichwörtliche neuseeländische Schaf.
Für alle Deutschen, die derzeit auf Kreta oder in der südlichen Ägäis (Rhodos, Kos, Mykonos, Naxos) Urlaub machen, hat sich die Corona-Impfung schon jetzt gelohnt. Die griechischen Inseln gelten seit heute als Hochrisikogebiet - was Geimpfte (und Genesene) aber nicht kümmern muss. Alle anderen müssen in Deutschland für mindestens fünf Tage in Quarantäne. Erst Ouzo, dann Isolation.
Vielleicht setzt sich in den kommenden Wochen ein pragmatischer Blick auf die Impfung durch: Keine Ahnung, ob sie mich zuverlässig vor Corona/Delta schützt. Entscheidend ist, dass mir das Impfzertifikat auf dem Smartphone Ärger vom Leib hält, wenn ich verreise. Und dass es mich in Deutschland künftig gegen staatliche Freiheitsbeschränkungen immunisiert.
Mit Blick auf die hohen Inzidenzen in NRW (in seinem Wahlkreis in Leverkusen über 200) wäre es aus Sicht des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach “nur konsequent, wenn an Orten mit hohem Infektionsrisiko die 2-G-Regel gilt“. Der ewige Corona-Mahner weiß aber, dass er mit dieser Forderung frühestens im Oktober durchdringen wird, denn „Einschränkungen für Ungeimpfte sind im Wahlkampf eine sehr unbeliebte Forderung”.
Ich wünsche Ihnen einen uneingeschränkt schönen Abend!
Herzlichst
Thorsten Keller
Chef vom Dienst Digital
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