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NS-Prozess in Brandenburg/Havel++Ostdeutsche Impfmuffel++Alles zur Briefwahl

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
es ist einer der letzten großen Prozesse gegen NS-Täter: Ab dem 7. Oktober muss sich der ehemalige Wachmann im Konzentrationslager Sachsenhausen, Josef S., vor dem Neuruppiner Amtsgericht verantworten. Der Vorwurf lautet Beihilfe zum Mord in 3518 Fällen. Die Verhandlung wird allerdings nicht in Neuruppin stattfinden, sondern in Brandenburg an der Havel.
Josef S., der bei Prozessbeginn 101 Jahre alt sein wird, ist zwar verhandlungsfähig, allerdings nur an zwei Tagen in der Woche für jeweils zwei bis drei Stunden. Seit einigen Jahren lebt er bei seiner Tochter in der Havelstadt. Auf der Suche nach einem passenden Ort für den Prozess, der ein weltweites mediales Echo auslösen dürfte, stießen die Justizbehörden auf den Brandenburger “Stahlpalast”. Diese Mehrzweckhalle unweit des Fußballstadions dient derzeit als Impfzentrum. Sie war aber auch schon Ort eines AfD-Landesparteitags.
Brandenburgs Oberbürgermeister Steffen Scheller (CDU) sagte meinem Kollegen Benno Rougk, dass die Halle alle Voraussetzungen erfülle. Scheller weiter: “Es ist für uns wichtig, wie wir uns als Stadt vor und während des Prozesses positionieren. Ich denke, da schaut die ganze Welt auch auf Brandenburg an der Havel.“
Die Frage, ob es sinnvoll ist, solch hochbetagte Männer nach so langer Zeit vor Gericht zu stellen, mag legitim sein. Aus meiner Sicht ist die Antwort aber klar: Mord verjährt nicht. Im KZ Sachsenhausen waren zwischen 1936 und 1945 mehr als 200.000 Menschen eingesperrt. Zehntausende starben durch Hunger, Krankheiten, Zwangsarbeit oder wurden systematisch ermordet. Unter den Nebenklägern sind auch KZ-Überlebende. Sie haben einen Anspruch auf Gerechtigkeit.
Ich wünschen Ihnen noch einen schönen Abend.
Ihr
Henry Lohmar
MAZ-Chefredakteur
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