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Oster-Lockdown++Ernst weist Kritik zurück++Astronom erklärt die Welt

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
kurz vor Mitternacht habe ich meinen Computer gestern heruntergefahren und den Fernseher ausgeknipst. Die Bund-Länder-Videoschalte war zu diesem Zeitpunkt schon stundenlang unterbrochen, Wiederbeginn der Beratungen: sehr fraglich. Es dauerte dann noch einmal zweieinhalb Stunden, ehe die Kanzlerin nächtens vor die Presse trat und vortrug, worauf sich der “Chaos Corona Club” (Der Spiegel) geeinigt hatte.
Die größte Überraschung, beziehungsweise die dümmste Idee: In unserem inzwischen mehrheitlich heidnischen Land gibt es nun seuchenbedingt eine spezielle “Oster-Ruhezeit”. Fünf Tage am Stück wird das öffentliche Leben weitestgehend sediert, Gründonnerstag darf man noch nicht mal ein Osterei kaufen (außer an der Tanke). Statt im luftigen Biergarten zu sitzen, werden die Leute ins Private verwiesen – also dorthin, wo sie sich, mal abgesehen vom Arbeitsplatz, am häufigsten anstecken. 
Der ganze Widersinn der deutschen Corona-Politik zeigt sich in diesem Detail: Flankierend wird über die Ostertage ein allgemeines “Ansammlungsverbot” verhängt, faktisch führen die Beschlüsse aber am kommenden Mittwoch und am Ostersamstag zu verschärfter Rudelbildung vor den Lebensmittelgeschäften. Da drängt sich die Herbert-Grönemeyer-Frage auf: Was soll das?
Während in Berlin-Mitte im Kanzleramt am Montagabend nichts mehr ging, veranstaltete Frank Plasberg in Adlershof seine “Hart, aber fair”-Talkrunde. Gefallen hat mir besonders der Generalsekretär der Freien Demokraten, Volker Wissing. Sinngemäß führte er aus, dass die deutsche Politik momentan offenbar nur dazu in der Lage sei, sich immer neue Freiheitsbeschränkungen auszudenken. Auf alle anderen Feldern der Pandemiebekämpfung (Impfen, Testen und so weiter) hingegen: Totalversagen. Das ist traurig, aber wahr, und wird auch dadurch nicht unwahr, dass Wissing als Wirtschaftsminister in Rheinland-Pfalz selbst zum erweiterten Kreis der Versager gehört.
An diesem Dienstag war eine der ersten Mails, die ich in meinem Postfach fand, eine Replik der Unternehmensverbände Berlin und Brandenburg. Treffender als UVB-Hauptgeschäftsführer Christian Amsinck hätte ich es auch nicht formulieren können: “Verbieten, bremsen, schließen - viel mehr fällt der Politik offenbar nicht ein. Dem Ende der Pandemie wird uns das nicht näher bringen. Mit dem nochmaligen verschärften Lockdown riskiert die Politik, dass noch mehr Unternehmen und Arbeitsplätze verloren gehen. Das gefährdet auch die Akzeptanz der Maßnahmen in den Betrieben und in der Bevölkerung.” Praktikable Ideen, wie es anders gehen könnte, liegen dabei längst auf dem Tisch, Stichwort: Tübinger Modell.
Etwas schräg liest sich die Gipfel-Analyse des Brandenburger Ministerpräsidenten. O-Ton Dietmar Woidke: “Es hätte auch in die Hose gehen können.” Womöglich meint der SPD-Politiker damit, schlecht regieren sei besser, als es gar nicht zu tun. Die Gegenposition, nämlich dass es besser wäre, die MPK in dieser Form abzuschaffen, vertritt mein Kollege Jan Sternberg. Seinen Kommentar lesen Sie hier.
Ich wünschen Ihnen noch einen angenehmen Abend!
Herzliche Grüße,
Thorsten Keller
Chef vom Dienst Digital
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