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++Polen macht dicht++Woidke droht Kreisen++Digitaler Impfausweis geplant

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
von 128 auf 514 in 24 Stunden - das ist krass. Sie ahnen, worum es geht: um die sprunghafte Entwicklung der Corona-Infektionszahlen in Brandenburg. Die dritte Welle, vor der Virologen, Mediziner und viele Politiker gewarnt haben, sie ist da. Vier Landkreise und die Stadt Cottbus liegen bereits über der kritischen Marke von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche, der Landkreis Elbe-Elster kratzt an der 200er-Marke.
Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis die erst kürzlich verkündeten Lockerungen zurückgenommen werden. Blumenläden, Baumärkte und Museen dürften bald wieder dicht sein. Und auf den Intensivstationen wird es eng. “Wenn die Inzidenzen weiter steigen, werden mit einem Zeitverzug von zwei bis drei Wochen auch die Fallzahlen in den Krankenhäusern wieder deutlich zunehmen”, sagt Michael Jacob, Geschäftsführer der Landeskrankenhausgesellschaft, der MAZ.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) verteidigt dennoch seine umstrittene Notbremsen-Politik, die den Kreisen auch jenseits der 100er-Marke Spielraum lässt. Und er bemüht sich, dem Eindruck zu widersprechen, dass die Einrichtung des neuen Impflogistik-Stabs im Innenministerium eine Entmachtung der grünen Gesundheitsministerin sei: “Wir lassen Ursula Nonnemacher nicht im Regen stehen.”
Mein Kollege Igor Göldner interpretiert den jüngsten Woidke-Move jetwas anders. Er sieht den Schritt als Beweis dafür, dass es im Wahljahr vorbei ist mit der Harmonie innerhalb der Kenia-Koalition. Diese habe ihr erstes Beben erlebt und momentan sei noch nicht absehbar, welche Nachwirkungen das haben wird. Die Analyse unseres Landtagskorrespondenten lesen Sie hier.
Krass ist übrigens auch die Corona-Lage in unserem Nachbarland Polen: Die Inzidenzen sind dreimal so hoch wie in Deutschland, ab Samstag geht das Land wieder in den Lockdown. Landesweit würden Hotels, Theater, Kinos, Sportplätze, Schwimmbäder und Einkaufszentren geschlossen, sagte Gesundheitsminister Adam Niedzielski. 
Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen rechnet damit, dass Polen zum Hochrisikogebiet erklärt wird - was direkte Folgen für den Grenzverkehr hätte. Daher wird fieberhaft daran gearbeitet, an den Grenzübergängen Testkapazitäten für die vielen Berufspendler aufzubauen. Die Gefahr durch das Virus ist - leider - noch lange nicht vorbei.
Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend - bleiben Sie gesund!
Ihr
Henry Lohmar
MAZ-Chefredakteur

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