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Von MAZ-Chefredaktion

Prozess gegen KZ-Aufseher: Söhne der Ermordeten klagen an++9 von 10 Covid-Patienten ungeimpft

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
ab morgen schaut die Weltöffentlichkeit auf Brandenburg. In der alten Sporthalle der Justizvollzugsanstalt Brandenburg-Görden beginnt einer der letzten großen Prozesse gegen einen mutmaßlichen NS-Täter, angemeldet haben sich Zeitungen und Fernsehsender aus aller Welt. Gesprochen wird dann vor allem über ihn: Josef S., 100 Jahre alt, ehemaliger Wachmann im KZ Sachsenhausen, angeklagt wegen Beihilfe zum Mord in mehr als 3500 Fällen.
Doch bevor das Gericht der Frage nachgehen wird, welche Rolle er im Lager spielte, standen heute in Brandenburg an der Havel noch einmal allein die Getöteten im Fokus. Denn um ihr Leben zu würdigen, traten die Nachfahren der Ermordeten sowie Vertreter des Internationalen Auschwitz Komitees (IAK) vor die Presse.
Christoffel Heijer (84) und Antoine Grumbach (79), zwei der insgesamt 16 Nebenkläger, erinnerten in einem Tagungshotel nahe dem Gerichtssaal an das Schicksal ihrer Väter, ermordet im KZ Sachsenhausen. Seine Mutter, berichtete Heijer, sei nach der Todesnachricht binnen kurzer Zeit grauhaarig geworden. Er selbst habe bis heute Albträume. Die Hoffnung von IAK-Vizepräsident Christoph Heubner: Durch das Verfahren könne ein gewisser Frieden entstehen - „ein Friede für die Angehörigen der Opfer, die mit dem Schicksal ihrer Lieben so lange allein gelassen wurden.“
Antoine Grumbach, Sohn eines in Sachsenhausen ermordeten jüdischen Résistance-Kämpfers, erwartet sich von dem Prozess eine Verurteilung. Und er will wissen, “welchen Blick er (Josef S.) auf die Ereignisse hat”, sei gespannt, “ob er sich schuldig bekennt”.
Insgesamt 22 Prozesstage sind bis in den Januar hinein geplant, zum Auftakt soll laut Gericht zunächst die Anklage - 134 Seiten lang - verlesen werden. Wie der erste Tag des Verfahren tatsächlich verlaufen ist, lesen Sie morgen auf MAZonline.de.
Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, wünsche ich nun einen angenehmen Feierabend.
Herzliche Grüße
Anna Sprockhoff
stellvertretende Chefredakteurin
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