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Schnelltest-Wirrwarr ++ Bald Tariflohn für Pfleger ++ Bambi-Retter in Krielow

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Liebe Leserinnen, liebe Leser;
wer früher ein altsprachliches Gymnasium besuchen musste und dort womöglich neben Latein eine weitere tote Sprache erlernt hat, ist in diesen Tagen beim Mutantenzählen klar im Vorteil. Denn nachdem der Inder Zeter und Vindaloo geschrieen hatte, erbarmte sich die Weltgesundheitsorganisation und verkündete für die Benennung der Coronavirus-Varianten eine neue Nomenklatur.
Entscheidend ist jetzt nicht mehr, wo die Mutante erstmals nachgewiesen wurde, also Großbritannien, Südafrika, Brasilien und Xxxxx (zensiert). Maßgeblich ist die Reihenfolge der Entdeckungen, und da kommt das griechische Alphabet ins Spiel: Alpha, Beta, Gamma, Delta und so weiter. Wenn wir in ein bis zwei Jahren bei Omega, dem 24. und letzten Buchstaben, angekommen sind, muss die WHO neue Namen auswürfeln, aber das nur am Rande.
Wir halten also fest: Beinamen wie “die südafrikanische …” oder “die indische…” sind künftig unbedingt zu vermeiden, es sei denn, der Kolumnist will ein wenig provozieren. Die politisch korrekte Bezeichnung der Virusvarianten mutiert, wenn Sie so wollen, zum Zigeunerschnitzel der Pandemie.
Das war eine Überleitung wie heißes Frittenfett. Also ganz schnell jetzt zum Reizthema Gastronomie: Die Brandenburger Wirte dürfen ab morgen zwar drinnen und draußen Gäste empfangen, aber von überbordender Freude und Eurozeichen in den Augen keine Spur. Daran ist das Schnelltest-Wirrwarr schuld, dass sich die Regierung Woidke ausgedacht hat. Den Kommentar meines Kollegen Torsten Gellner zum Thema lesen Sie hier.
Das Land Berlin hat die Sache überschaubar geregelt. Wer draußen speisen und trinken möchte, braucht ab Freitag keinen Test. So weit, so klar. Das Brandenburger Konfusionsmodell geht so: Hat das Lokal Plätze innen und außen, und öffnet es hier und dort, so müssen auch die Gäste einen Test vorlegen, die nur auf die Terrasse möchten. Viele Wirte werden jetzt scharf rechnen, ob die Öffnung der Innenräume diesen Ärger (womöglich muss Biergarten-Laufkundschaft weggeschickt werden, weil ungetestet) wert ist.
Wem das zu wirr erscheint, der möchte vor Dietmar Woidke womöglich aufs Wasser flüchten und als Selbstversorger über Brandenburgs Seen, Flüsse und Kanäle schippern. Spontane Buchungen werden aber sehr schwierig, warnt Stefan Selge, Geschäftsführer von Bootsreisen24.de. Für Juni sind demnach bereits 90 Prozent der Hausboote ausgebucht.
Ich wünsche Ihnen einen sommerlichen Abend!
Herzlichst, Thorsten Keller
Chef vom Dienst Digital
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