Profil anzeigen

Union im Umfrage-Tief++Afghanen kommen an++Impfbereitschaft steigt

MAZ UpdateMAZ Update
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
die Eisenbahn-Metaphorik hat es den politischen Beobachtern angetan, seit der vermeintlich furiose “Schulz-Zug” im Frühjahr 2017 Fahrt aufnahm, aber dann von Frau Merkel noch rechtzeitig auf ein Abstellgleis in der Nähe von Würselen umgeleitet wurde. Was alles schief gelaufen ist in der Kampagne des Mannes mit dem Bart, hat der “Spiegel”-Kollege Markus Feldenkirchen in seinem Buch “Die Schulz-Story” detailliert aufgeschrieben. Ich gehe davon aus, dass sein Nachfolger als SPD-Kanzlerkandidat, Olaf Scholz, es aufmerksam gelesen hat.
Es dürfte dem nüchternen “Nordisch by nature”-Olaf nicht unbedingt schmecken, dass in den Zeitungen nun öfter vom “Scholz-Zug” die Rede ist, der sich anschickt, doch noch in den Zielbahnhof Bundeskanzleramt einzufahren. Der Unterschied zu 2017: Schulz wurde ein halbes Jahr vor dem Wahltermin hochgeschrieben, beim Wahl-Potsdamer Scholz sind es keine sechs Wochen mehr.
Und es ist auch kein von den Hauptstadt-Korrespondenten nur gefühlter Trend, die Zahlen der Demoskopen sprechen für sich. Da ist einmal die jüngste Forsa-Umfrage, die die Union nur noch auf 23 Prozent taxiert, knapp dahinter die SPD mit 21 und die Grünen mit 19 Prozent. Da vergeht sogar Armin Laschet das Lachen.
Auch nicht schön für den Kanzlerkandidaten von CDU/CSU fällt eine “Spiegel”-Umfrage zur außenpolitischen Kompetenz aus. Rund 39 Prozent halten demnach Olaf Scholz für “sehr kompetent” oder “eher kompetent”. Von Laschet und Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock sagen das nur jeweils 16 Prozent der Befragten.
Das Allensbach-Institut für Demoskopie kommt bei seiner jüngsten „Sonntagsfrage“ allerdings zu Ergebnissen, die der Union einen sicheren ersten Platz verheißen (27,5 Prozent) und Sozialdemokraten und Grüne unter 20 sehen (19,5 beziehungsweise 17,5 Prozent). Die Demoskopen vom Bodensee gelten allerdings als traditionell CDU-freundlich, das war schon zu Zeiten der Instituts-Gründerin Elisabeth Noelle-Neumann so.
Dies gipfelte 1980 in der steilen These, Franz-Josef Strauß habe die Bundestagswahl verloren, weil ihn linke TV-Kameraleute immerzu unvorteilhaft von unten gefilmt hätten. Der Dortmunder Journalistik-Professor Kurt Koszyk hat dazu das Nötige gesagt: “Man kann aus einem Fettwanst keinen Adonis machen.”
Wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, sich selbst ein Bild von den Direktkandidatinnen und -kandidaten im Wahlkreis 61 machen wollen (darunter Annalena Baerbock und Olaf Scholz), dann sollten Sie den MAZ-Wahltalk am 30. August im Potsdamer Nikolaisaal auf keinen Fall verpassen. Hier geht’s zur Anmeldung.
Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Abend, ohne Anrufe von Meinungsforschern.
Herzlichst
Thorsten Keller
Chef vom Dienst Digital
***
***
Die wichtigsten Nachrichten im Überblick

Brandenburger Ärzte rufen zur Jugend-Impfung auf
BGH bestätigt Urteil gegen Zschäpe
Ortskräfte aus Afghanistan sind auf dem Weg nach Doberlug-Kirchhain
Wegen Visaproblemen keine Ausreise
Union im Umfrage-Tief: 
Markus Söder schlägt Alarm
***
Reportagen und Geschichten aus Brandenburg

Unglücks-Frachter "Katja" sucht eine Werkstatt
Pioniere im Flutgebiet: Wie Soldaten aus Brandenburg an der Ahr helfen
Fördern und verklagen
Alpakas machen den Abgang
Nach Klingelstreich: Rentner 
verpasst Kindern eine Kopfnuss
***
Corona-Ratgeber und Service

Kreuzimpfung wirkt „robust" gegen die Delta-Variante
Booster-Impfung im Herbst? 
Muss nicht sein, sagt Drosten
***
Und was war sonst noch los?

Zehnmal nominiert für Filmpreis: "Fabian" räumt ab
Brandenburg fördert Lkw-Nachrüstung
Einbruch ins Grüne Gewölbe: Weiterer mutmaßlicher Juwelendieb geschnappt
Hurrikan Grace nimmt Kurs auf Mexiko
***
Tipp des Tages

Wahlplakate auf Kuschelkurs - eine Stilkritik
Hat Ihnen diese Ausgabe gefallen?
Teilen Sie diesen Newsletter:
Wenn Sie diesen Newsletter nicht mehr empfangen wollen, können Sie ihn hier abbestellen.
Wenn Ihnen dieser Newsletter weitergeleitet wurde, können Sie ihn hier abonnieren.